111. Tag – Kuleseid – Preikestollen

Mein erstes heutiges Ziel war Haugesund, bis dorthin war der Weg relativ klar. Wie es ab Haugesund weitergeht, wusste ich noch nicht so richtig. Der Veloweg auf meiner Karte führt meiner Meinung nach in eine Sackgasse. Ich suchte darum in Haugesund eine Tourismusinformation auf, im Nachhinein eine sehr gute Entscheidung, ich hätte selber wahrscheinlich nicht denn richtigen Weg gefunden. Der alte Veloweg führte entlang einer Insel auf der es am Schluss eine Fährverbindung nach Stavanger gab. Die Fährverbindung wurde aber aufgehoben, nachdem ein Tunnel unter dem Meer hindurch eröffnet wurde, dass die Fahrt über die Insel und die Fähre ersetzte. Leider ist der Tunnel für Velos verboten und darum muss jetzt ein ziemlicher Umweg gefahren werden.

Das Gute an dem Umweg ist, man kommt ziemlich nahe am Preikestollen (einem berühmten Felsvorsprung mit spektakulärer Aussicht) vorbei und ich plante einen Besuch dort kurzfristig ein. Auch auf diesem Weg bin ich wieder auf Fähren angewiesen, was hier an der norwegischen Küste völlig alltäglich ist. Ich fuhr also zur Fähranlegestelle und versuchte mich im Lesen der Fahrpläne und scheiterte völlig. Ein Besuch im nächsten Laden brachte Klarheit dank dem die Verkäuferin mit mir die Fahrpläne gründlich studierte. Keine einfache Sache, da es verschiedene Fähren gibt, die nicht überall anlegen und auf unterschiedlichen Routen verkehren. Die für mich beste Möglichkeit um nach Tau (von wo die Reise weiter Richtung Preikestollen geht) war 1,5 Stunden warten, die Fähre für vier Stationen nehmen, nochmals 1h warten und auf ein Schnellboot umsteigen. Alleine hätte ich das nie herausgefunden. Das klappte auch alles soweit, einziges Problem, ich war erst nach zehn Uhr Abends in Tau und es war schon stockdunkel.

Ich beschloss darum die ca. 20km zum Parkplatz und Ausgangspunkt für die morgige Wanderung auch noch zufahren, dunkel war es ja sowieso schon. Kurz vor Mitternacht bin ich dann ziemlich erschöpft (die letzten 350 Höhenmeter hatten es in sich) angekommen und hatte zum Glück problemlos ein kleines Plätzchen für mein Zelt gefunden.

Schreibe einen Kommentar